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Neue Ideen,
neue Märkte

Verbraucher:innen, die sich für KI entscheiden, können bis 2030 bis zu 55 % ihrer Ausgaben optimieren. Unternehmen können der Akzeptanzkurve einen Schritt voraus bleiben, indem sie ihre KI-nutzende Kundschaft besser verstehen: die Wünsche, die Bedürfnisse und die Erwartungen, die die Märkte von morgen formen werden. 

Einführung

Einführung

In den letzten beiden Jahren hat die Frage, wie man künstliche Intelligenz (KI) am besten nutzen sollte, die Tagesordnung von Unternehmen dominiert. In den meisten Unternehmen fand die Arbeit weitgehend intern statt. Führungskräfte haben sich darauf konzentriert, die Effizienz zu steigern, die Belegschaft auf neue Arbeitsweisen vorzubereiten und Technologien in ihre Betriebsabläufe zu integrieren. Das sind alles Aktivitäten, die Unternehmen direkt steuern können. Diese interne Arbeit war die Mühe wert: 2024 haben wir prognostiziert, dass sie bis 2032 allein in den USA zu Produktivitätssteigerungen von bis zu 1 Billion US-Dollar führen wird. 

Außerhalb der Führungsebene hat jedoch eine mächtigere und möglicherweise mehrere Billionen Dollar schwere Kraft an Schwung gewonnen: Verbraucher:innen, die mit KI experimentieren – mit enormen Auswirkungen auf Unternehmen. 

Schon jetzt suchen die Menschen mithilfe von Konversations-KI nach Produkten und geben sogar Bestellungen über ihre Sprachassistenten auf. Basierend auf unserer neuesten Studie mit Fokus auf der Nutzung von KI durch Verbraucher:innen verändern diese scheinbar belanglosen Aktivitäten schon bald das Kundenerlebnis: nämlich wie die Menschen Produkte und Erfahrungen entdecken, kaufen und mit ihnen interagieren. 

Diese Kundenbewegung kann nicht ignoriert werden. Bis 2030 werden KI-nutzende Verbraucher:innen für bis zu 55 % der Kaufaktivitäten verantwortlich sein. Angetrieben wird dieser massive Aufschwung von einem kleinen, aber schnell wachsenden Segment von Verbraucher:innen, das unsere Studie als „KI-Beschleuniger:innen“ identifiziert hat. Diese Gruppe nutzt nicht nur KI-fähige Tools, sondern stellt auch die Zukunft des Einkaufens dar. Die besagten „KI-Beschleuniger:innen“ machen heute nur 25 % der Verbraucher:innen aus, aber wenn ihr Einkommen und ihre Kaufkraft steigt, werden sie zu einer zunehmend einflussreichen Marktmacht.

Bis 2030 werden KI-Enthusiasten für die folgenden Verbraucherausgaben verantwortlich sein:

4,4 Billionen US-Dollar

in den USA

690 Mrd. US-Dollar

im Vereinigten Königreich

539 Mrd. US-Dollar


in Deutschland

669 Mrd. US-Dollar


in Australien

Gleichzeitig fühlen sich nicht alle Verbraucher:innen im Umgang mit KI wohl. Dies ist auch in den drei wichtigsten Phasen des Kundenerlebnisses nicht konsistent: das Erfahren von neuen Produkten, der Kauf und die Nutzung. Viele Menschen stehen KI vorsichtig gegenüber, wobei sie die Zweckmäßigkeit und Zeiteinsparungen erkennen, aber nur ungern die Kontrolle über den Prozess abgeben, besonders in wichtigen Momenten, zum Beispiel, wenn sie auf „Kaufen“ klicken. 

Diese verschiedenen Einstellungen werden in den nächsten fünf Jahren drei unterschiedliche Wellen der Marktveränderung vorantreiben, die im Jahr 2030 ihren Höhepunkt erreichen werden, wenn KI vollständig in den Kaufprozess eingebettet sein wird. Für Unternehmen wird es sehr wichtig sein, die Nuancen davon zu verstehen, wie Verbraucher:innen KI nutzen möchten (und wie sie sie nicht nutzen möchten oder werden) und wie ihre Verhaltensweisen sich entwickeln werden. 

Unternehmen müssen auch verstehen, was als Nächstes auf der KI-Reise kommt, und sich darauf vorbereiten: das agentengesteuerte Internet, ein vernetztes Ökosystem mit KI-fähigen Tools und Agenten, die im Namen von Verbraucher:innen selbstständig daran arbeiten, die gesuchten Produkte und Services zu finden, zu bewerten, zu kaufen und zu verwalten. 

Mit dem agentengesteuerten Internet erhalten Verbraucher:innen eine Art persönlichen digitalen Concierge, der mit KI-Agenten im Unternehmen arbeitet, um komplexe Aufgaben im gesamten Kaufprozess zu organisieren.

Unternehmen, die sich an diese neue Realität anpassen, werden erfolgreich sein, doch die Herausforderungen sind gewaltig. Ernsthafte Überlegungen müssen bedacht werden, wie zum Beispiel: 

  • Wie soll man die Anforderungen von Verbraucher:innen, die KI nutzen, antizipieren und erfüllen?


  • Wie soll man mit menschlichen Kund:innen und den digitalen Pendants, die für sie arbeiten, interagieren?

  • Wie soll man aktuelle Geschäfts- und Betriebsmodelle, Technologien und strategische Partnerschaften verändern?

Diese Fragen müssen die Entscheidungsfindung nicht nur für kundenorientierte Unternehmen lenken, sondern auch für jedes Unternehmen, das ein Produkt oder eine Dienstleistung in der KI-gestützten Wirtschaft anbietet und verkauft. 

In unserer mit Oxford Economics durchgeführten Studie erkunden wir diese Dynamiken und Probleme mithilfe von Erkenntnissen von über 8.400 Umfrageteilnehmenden aus vier Ländern. Ergänzt wurde die Arbeit von Cognizant Research durch umfangreiche wirtschaftliche Modellierungen und eingehende Diskussionen mit 80 Verbraucher:innen. Die Ergebnisse sind eindeutig: KI wird die Kundenerfahrung in ihren drei entscheidenden Phasen – Erfahren, Kaufen, Nutzen – neu gestalten, wobei jede Phase ihre eigenen Herausforderungen und Möglichkeiten birgt.

Dieser Bericht ist Ihr Leitfaden für die Transformation, sodass Sie der Akzeptanzkurve einen Schritt voraus bleiben und die Wünsche, Bedürfnisse und Ausschlusskriterien für eine neue Klasse von KI-nutzenden Kund:innen antizipieren können.

Die Verbraucher:innen haben es in der Hand

Ein Blick auf die KI-Enthusiasten und die Schwarzmaler:innen

Um zu verstehen, wie KI das Verbraucherverhalten und ihre langfristigen Auswirkungen auf die Wirtschaft verändert, mussten wir Verbraucher:innen in demografische Gruppen einteilen, die auf der Gesamtwahrscheinlichkeit deren KI-Nutzung basieren. Zu diesem Zweck haben wir den KI-Intensitätsindex erstellt. Mit seiner Hilfe wenden wir Erkenntnisse aus einer Analyse von früheren Mustern der Technologieakzeptanz bei Verbraucher:innen auf Antworten zur Meinung über KI aus unserer Umfrage an. (Weitere Informationen zur Erstellung unseres KI-Intensitätsindex finden Sie in der Methodik.)

Je höher die Punktzahl einer Person auf dem KI-Intensitätsindex, desto wahrscheinlicher ist es, dass sie KI während ihres Kaufprozesses nutzt. Je niedriger die Punktzahl auf dem Index, desto wahrscheinlicher ist es, dass sie KI beim Recherchieren und Kaufen von Produkten und Services meidet.

Mithilfe dieser Analyse haben wir drei entscheidende Gruppen herausgearbeitet, die die höchste und niedrigste KI-Intensität repräsentieren: Beschleuniger:innen, frühe Nutzer:innen und Anker. Eine vierte Gruppe, die Agnostiker:innen, repräsentieren Personen, die KI relativ leidenschaftslos gegenüberstehen, und deswegen wahrscheinlich keinen Ausschlag zu irgendeiner Seite hin geben (siehe Abbildung 1).

Vier Verbrauchergruppen, die auf KI-Intensität basieren

Abbildung 1 

Unsere Analyse hat demografische Informationen aufgedeckt, die statistisch gesehen am wahrscheinlichsten mit jeder dieser Gruppen in Verbindung gebracht werden können. Die Charakteristiken sind unabhängig voneinander und lassen sich nicht notwendigerweise auf alle Verbraucher:innen in den Gruppen anwenden.   
Basis: 8.451 Befragte in den USA, im Vereinigten Königreich, in Deutschland und Australien
Quelle: Cognizant und Oxford Economics

Da die Kaufkraft von Beschleuniger:innen und frühen Nutzer:innen zunimmt, werden beide Gruppen zu Akteuren der Transformation in allen Branchen. Allerdings bleibt die Ankergruppe weiterhin eine wichtige Verbrauchergruppe für Unternehmen, die sie binden und bedienen können. 

In der Zwischenzeit offenbarte unsere Studie außerdem Erkenntnisse, die für alle vier Verbrauchergruppen gelten. Diese Ergebnisse sollten von Unternehmen in Betracht gezogen werden, da sie die beste Möglichkeit für die Interaktion mit Verbraucher:innen aufzeigen, die KI nutzen:
 

Komfort treibt die Akzeptanz voran
Für alle Verbraucher:innen ist Komfort der stärkste Treiber für die Annahme von KI. Frustration im Kaufprozess, ein Problem, das von 75 % aller Befragten genannt wurde, führt dazu, dass Verbraucher:innen KI-Lösungen nutzen, um Zeit zu sparen. Tatsächlich haben 22 % der Verbraucher:innen Zeiteinsparungen als Hauptgrund für die Nutzung von KI genannt, im Vergleich zu nur 12 %, die KI nutzen, um das beste Angebot zu finden.
 

Kontrolle ist entscheidend
Trotz des Wunsches nach Komfort benötigen Verbraucher:innen auch ein Gefühl der Kontrolle, besonders wenn es um die finalen Schritte im Kaufprozess (Auswahl und Transaktion) geht. Beachtliche 75 % sagen, dass sie KI wahrscheinlich nicht erlauben würden, hochwertige Artikel ohne direkte Autorisierung nachzubestellen und dafür zu bezahlen.

Vertrautheit schafft Vertrauen
Unsere Studie deutet darauf hin, dass die Integration von KI in vertraute Geräte und Benutzererfahrungen, wie Smartphones und Apps, die Annahme von KI in allen Gruppen fördern könnte. Verbraucher:innen fühlen sich bereits bei verschiedenen sensiblen und relativ risikoreichen Aktivitäten auf ihren Mobilgeräten sicher, etwa Bankservices (wobei 52 % der Befragten sich sicher fühlen) und Reisebuchungen (44 %). Dieselbe Dynamik könnte sich im Hinblick auf KI entwickeln. Da sie sich nahtlos in vertraute Geräte integrieren lässt und Verbraucher:innen KI-Tools immer öfter nutzen, verringern sich möglicherweise auch ihre Angst und ihr Misstrauen, sodass sie mit der Zeit immer empfänglicher werden.

Ein neues Kundenerlebnis

Die unerwartete Entwicklung von KI in den Phasen „Erfahren“, „Kaufen“ und „Nutzen“

Um Verbraucherverhalten genauer zu verstehen haben wir die KI-Nutzung in jeder Phase des Kundenerlebnisses betrachtet. Dieses Erlebnis – wie Verbraucher:innen Produkte und Services entdecken, kaufen und vor und nach einem Verkauf mit ihnen interagieren – befindet sich im Zentrum der Beziehung zwischen Unternehmen und Kund:innen. 

Wir haben die Berührungspunkte mit den Verbraucher:innen in drei Bereiche eingeteilt, die wir „Erfahren“, „Kaufen“ und „Nutzen“ genannt haben. Als Nächstes haben wir einen Komfortquotienten mit qualitativen und quantitativen Daten berechnet, um zu bewerten, wie wohl sich Verbraucher:innen bei der Nutzung von KI an jedem Berührungspunkt auf einer Skala von 0 bis 100 fühlen. Je höher die Punktzahl, desto wohler fühlen sich Verbraucher:innen bei der Nutzung von KI.¹

Unser Komfortquotient enthüllt eine ungleichmäßige Annahme von KI bei Verbraucher:innen im gesamten Kaufprozess (siehe Abbildung 2). 

Erklärt:
Komfortquotient

Eine zusammengesetzte Punktzahl, die bewertet, wie wohl sich Verbraucher:innen mit der Nutzung einer Reihe von KI-Tools in den drei Phasen des Kaufprozesses und bei 36 Produkten und Services in 15 Branchen fühlen, und die auf Umfragedaten und ausführlichen Verbraucherbefragungen basiert.

Höhere Zahl = fühlen sich wohler

Niedrigere Zahl = fühlen sich weniger wohl

Der Komfortquotient im gesamten Kaufprozess

Verbraucher:innen fühlen sich mit KI in der „Erfahren“-Phase am wohlsten, gefolgt von den Phasen „Nutzen“ und „Kaufen“.

Erfahren

In der Entdeckungsphase fühlen sich Verbraucher:innen mit KI-Tools am wohlsten, wobei ein durchschnittlicher Komfortquotient von 47 erreicht wird. Daher ist „Erfahren“ die erste und wichtigste Phase für Unternehmen, auf die sie sich konzentrieren sollten. Allerdings gibt es große Unterschiede zwischen den Gruppen. Frühe Nutzer:innen und Beschleuniger:innen haben viel höhere Punktzahlen von jeweils 58 und 50, während die Ankergruppe eine Punktzahl von 33 hat.

Erfahren

„Ich finde die Idee, dass KI mir dabei hilft, Produkte und Services auszusuchen, großartig, weil dadurch der Prozess schneller, effizienter und auch angenehmer ist.“

Amrita, 26, Australien

Kaufen

Wir haben festgestellt, dass Verbraucher:innen in der Entscheidungsphase am meisten zögern. Der durchschnittliche Komfortquotient für die Kaufphase beträgt nur 27. Sogar frühe Nutzer:innen zeigen eine allgemeine Zurückhaltung, KI bei Käufen einzusetzen, wobei die Punktzahl von 34 vergleichsweise niedrig ist. Die Ankergruppe ist mit einer Punktzahl von nur 16 besonders zögerlich.

Kaufen

„Ich mag die Vorstellung nicht, dass KI mir bei Käufen hilft, weil ich wissen möchte, was und wann ich kaufe und welche Zahlungsmethode ich verwende.“ 

Eugene, 36, USA

Nutzen

Verbraucher:innen fühlen sich in den Phasen nach dem Verkauf wieder wohler mit KI, wobei der Komfortquotient 39 erreicht. Diese Punktzahl wird vor allem von eifrigen frühen Nutzer:innen mit einem Quotienten von 47 gestützt, aber auch überraschenderweise von einer starken Ankergruppe. Es stellt sich heraus, dass die Ankergruppe sich mit einer Punktzahl von 34 in der Nutzungsphase am wohlsten mit KI fühlt.

Nutzen

„Ich finde es toll, dass meine Erfahrung mit KI optimiert werden kann, indem sie mir hilft, das Meiste aus einem Produkt oder einer Dienstleistung herauszuholen, ohne dass ich ein Handbuch oder eine Anleitung lesen oder online nach Tutorials suchen muss.“

Idris, 25, Vereinigtes Königreich

Abbildung 2
Basis: 8.451 Befragte in den USA, im Vereinigten Königreich, in Deutschland und Australien sowie 80 ausführliche Verbraucherbefragungen
Quelle: Analyse von Cognizant Research mit Daten von Oxford Economics und YouGov

Die „Erfahren“-Phase

KI hat bereits die Herzen der Verbraucher:innen erobert – aber auch den Verstand

Die „Erfahren“-Phase: KI hat bereits die Herzen der Verbraucher:innen erobert – aber auch den Verstand

In der „Erfahren“-Phase gewinnen Verbraucher:innen ihren ersten Eindruck von einer Marke. Allerdings birgt sie für Verbraucher:innen auch ein großes Potenzial für Frustration, da die traditionellen Suchmechanismen überwältigend viele Optionen bieten. Daher ist KI in der „Erfahren“-Phase stark verbesserungswürdig. Anstelle einer Liste mit Ideen für Suchergebnisse kann KI für die Entdeckung eine kurze Liste mit Optionen zusammenstellen. In Kombination mit dem hohen Komfortniveau von Verbraucher:innen stellt die „Erfahren“-Phase eine hervorragende Gelegenheit für Unternehmen dar, um Aufmerksamkeit zu erlangen und Entscheidungen zu beeinflussen. Das beginnt damit, zu verstehen, was Verbraucher:innen an der Nutzung von KI in dieser Phase und an den KI-Tools schätzen, mit denen sie sich am wohlsten fühlen.

Frustration bei der traditionellen Suche sorgt für den Wunsch nach mehr Komfort

Verbraucher:innen vertrauen nicht immer dem, was sich hinter KI-Suchergebnissen verbirgt

Verschiedene Verbraucher:innen wünschen sich verschiedene Ansätze zur Entdeckungsphase

Frustration bei der traditionellen Suche führt zum Wunsch nach mehr Komfort

Komfort zählt in dieser Phase, da Zeiteinsparungen der Hauptgrund für Verbraucher:innen sind, KI in der „Erfahren“-Phase zu nutzen. In einem überfüllten Markt möchten Verbraucher:innen schnell das finden, was sie suchen – ob sie nun einen Sprachassistenten um Vorschläge bitten, die auf ihren persönlichen Daten basieren, oder die visuelle Suche nutzen, um eine Marke oder ein Produkt zu identifizieren, von der bzw. dem sie auf Social Media einen Screenshot gemacht haben. 

KI-Tools, die den Wunsch der Verbraucher:innen nach einem kürzeren, optimierten Entdeckungsprozess erfüllen – wie Sprachassistenten, Konversations-KI, personalisierte Empfehlungen und visuelle Suche –, wurden am praktischsten für Verbraucher:innen eingestuft (siehe Abbildung 3). Hier fungiert KI als ein Assistent, der Optionen zusammenstellt und den Entdeckungsprozess optimiert.

In unserer qualitativen Studie schätzten Verbraucher:innen Tools wie Konversations-KI zur Vereinfachung komplexer Suchen („Das ist ein tolles Tool, um etwas Komplexes ohne viel Suchen zu finden und zu verstehen.“) und die visuelle Suche für die Schnelligkeit („Sie macht es mir leicht, bestimmte Produkte zu finden, deren Namen ich nicht kenne.“) am meisten.  


Verbraucher:innen vertrauen nicht immer dem, was sich hinter KI-Suchergebnissen verbirgt

Aber es gibt noch eine Kehrseite der Medaille: Auch wenn sie sich mehr Komfort wünschen, betonen Beschleuniger:innen und frühe Nutzer:innen die Notwendigkeit für Datenschutz, Sicherheit und Transparenz. Mit dynamischer Preisgestaltung und gezielter Werbung zum Beispiel fühlten sich Verbraucher:innen aufgrund des Potenzials für Manipulation und Wucher weniger wohl und bewerteten dementsprechend niedrig. „Es macht mir Angst, darüber nachzudenken, dass jede Kleinigkeit, nach der ich suche, gespeichert wird … und dazu verwendet wird, gezielte digitale Werbung zu erstellen“, sagte eine befragte Person. Personalisierte Empfehlungen werden zwar für ihre Relevanz gelobt, lassen jedoch wenig Spielraum für Fehler. Irrelevante Vorschläge können schnell das Vertrauen untergraben.

Verbraucher:innen hinterfragen auch die wahre Motivation von KI – trifft sie wirklich die beste Wahl für sie selbst oder drängt sie sie dazu, die Partner eines Unternehmens oder lukrativere Anbieter zu unterstützen? In allen Verbrauchergruppen ist eine der am häufigsten genannten Sorgen, dass KI nicht in ihrem besten Interesse handelt, wobei 13 % der Verbraucher:innen diese Sorge als Hauptsorge bewerten.²

Erfahren
Balkendiagramm „Erfahren“

Abbildung 3
Basis: 8.451 Befragte in den USA, im Vereinigten Königreich, in Deutschland und Australien
Quelle: Cognizant und Oxford Economics

Verschiedene Verbrauchergruppen wünschen sich verschiedene Ansätze zur Entdeckungsphase

Es ist nicht überraschend, dass die Stimmung von Verbraucher:innen unterschiedlich ist. Zum Beispiel sagt ein Drittel (34 %) der Personen in der Ankergruppe, dass sie keine KI-Tools in der „Erfahren“-Phase nutzen würde. Bei diesen Verbraucher:innen dominiert der Wunsch nach menschlicher Interaktion und das Misstrauen in die Genauigkeit der Technologie. Fast eine von fünf Personen – 18 % – sagt beispielsweise, dass sie keine Konversations-KI nutzen würde, da sie menschlichen Kontakt bevorzuge. Weitere 17 % befürchten, dass die Ergebnisse unvollständig oder ungenau sind.

Die visuelle Suche hat sich jedoch als ein überraschendes Verbindungsstück erwiesen, da zwischen den Komfortniveaus von Beschleuniger:innen und der Ankergruppe nur zwei Prozentpunkte liegen. Das deutet darauf hin, dass Tools, die traditionelle Suchmethoden nachahmen, auch bei skeptischen Verbraucher:innen Anklang finden, auch wenn sie durch KI erweitert werden. Und Tools mit einem klaren Wertversprechen – wie das Erkennen von Produkten auf Bildern – hilft sogar den widerwilligsten Verbraucher:innen, mit der Zeit KI häufiger zu nutzen. Wie ein:e Verbraucher:in erklärte: „Die visuelle Suche kann dabei helfen, genau das Produkt zu finden, nach dem man gesucht hat, ohne Stichwörter raten und viel Zeit damit verbringen zu müssen, Websites nach dem Produkt zu durchsuchen.“  

Auswirkungen auf Unternehmen

Im Kampf um mehr Beteiligung gibt es neue Fortschritte und die alten Methoden, um auf das Radar von Verbraucher:innen zu gelangen, werden obsolet. Um nicht aufs Abstellgleis zu geraten, müssen Unternehmen ein Betriebsmodell einführen, mit dem sichergestellt wird, dass ihre Produkte, Dienstleistungen und Erfahrungen von KI-nutzenden Verbraucher:innen wahrgenommen werden, während sie gleichzeitig zumindest kurzfristig offen für herkömmliche Methoden der Produktentdeckung bleiben.

Die Kaufphase

Wenn das Zögern der Verbraucher:innen den Fortschritt bremst

Die Kaufphase: Wenn das Zögern der Verbraucher:innen den Fortschritt bremst

Das Vertrauen in KI gerät ins Wanken, wenn Verbraucher:innen auf „Kaufen“ klicken oder einen digitalen Vertrag unterzeichnen sollen. Obwohl KI Komfort verspricht, zögern Verbraucher:innen bei wichtigen Entscheidungen und sind nicht bereit, die bedeutende psychologische Schwelle zwischen Erfahren und Kaufen zu überschreiten. Der Grund: der Widerwille, die Kontrolle abzugeben.

Verbraucher:innen fürchten sich davor, die Kontrolle abzugeben

Verbraucher:innen fühlen sich nicht mehr so wohl, auch nicht mit beliebten KI-Tools

Dennoch besteht ein großes Interesse an einer nahtlosen Kauferfahrung

Verbraucher:innen fürchten sich davor, die Kontrolle abzugeben

Verbraucher:innen fürchten sich vor dem, was passieren könnte, wenn sie die Kontrolle an KI abgeben und ihr erlauben, in ihrem Namen Käufe zu tätigen. Zum Beispiel sind sie besorgt, dass KI falsche oder teure Entscheidungen treffen könnte, die schwer zu korrigieren oder rückgängig zu machen sind, wie das Bestellen zu vieler Artikel. Auch Verbraucher:innen, die sich damit wohlfühlen, dass KI automatisch eine bestimmte Kaffeemarke für eine Bestellung auswählt, möchten trotzdem die scheinbar banale Aktion, auf „Kaufen“ zu klicken, selbst durchführen.

In unseren qualitativen Befragungen äußerten Verbraucher:innen solche Ängste und erwähnten dabei häufige Fehler und Ungenauigkeiten. „Sprachassistenten verstehen Befehle oft nicht richtig. Sie haben keinen Bildschirm, sodass ich nicht prüfen kann, ob ich das Richtige gemacht habe“, beschwerte sich eine befragte Person. Eine weitere Sorge betrifft die Datensicherheit. „Ich weiß nicht, ob ich mich damit wohlfühle, dass KI meine Daten verwendet und sie speichert, um Zahlungen einfacher zu machen“, sagte eine andere Person.

Auch das Misstrauen gegenüber den Motiven für KI-Entscheidungen ist weit verbreitet. „Ich habe das Gefühl, dass der Algorithmus die Anweisungen des Höchstbietenden befolgt und den Kauf nicht in meinem Interesse abwickelt“, sagte ein:e Verbraucher:in.


Verbraucher:innen fühlen sich nicht mehr so wohl, auch nicht mit beliebten KI-Tools 

Sogar die begeistertsten Nutzer:innen von KI möchten ungern die Entscheidungsgewalt in der Kaufphase abgeben. Im Vergleich zur „Erfahren“-Phase sinken die Komfortquotienten bei Beschleuniger:innen und frühen Nutzer:innen von 50 auf 33 bzw. von 58 auf 34. Zwar fühlen sich 41 % der Beschleuniger:innen (und 52 % der frühen Nutzer:innen) bei der Nutzung von Konversations-KI in der „Erfahren“-Phase wohl, doch dieser Komfort sinkt auf nur 33 % bzw. 46 % in der Kaufphase (siehe Abbildung 4). Eine ähnliche Dynamik gilt für Sprachassistenten. Hier sinkt der Wert von 38 % bei Beschleuniger:innen und 53 % bei frühen Nutzer:innen in der „Erfahren“-Phase auf 30 % bzw. auf 42 % in der Kaufphase.

Interessanterweise konkurrieren Technologien mit weiteren Sicherheitsprüfungen, wie Gesichtserkennung, in der Kaufphase stark mit anderen Technologien, besonders in der Ankergruppe. Ein:e Verbraucher:in nannte dies „eine extra Schicht Sicherheit und Schutz“.

Kaufen
Balkendiagramm „Kaufen“

Abbildung 4
Basis: 8.451 Befragte in den USA, im Vereinigten Königreich, in Deutschland und Australien
Quelle: Cognizant und Oxford Economics

Dennoch besteht ein großes Interesse an nahtlosen Kauferfahrungen 

Wenn etwas die KI-Akzeptanz in der Kaufphase vorantreiben könnte, wäre das der Wunsch nach einer reibungsloseren, effizienten Erfahrung, besonders für junge Verbraucher:innen. Unter den Befragten, die Konversations-KI in der Kaufphase bevorzugen, nannte mehr als ein Viertel Zeiteinsparungen (27 %) oder eine bessere Erfahrung (21 %) als Hauptgrund für die Nutzung des Tools. Ein:e Verbraucher:in sagte: „Ich nutze richtig gerne Konversations-KI, wenn ich Kaufentscheidungen treffen muss, weil sie mit komplizierteren Dingen umgehen und personalisiertere Empfehlungen geben kann.“

Für Unternehmen zeigt das, wie effektiv ein KI-Tool dabei helfen könnte, Hindernisse, wie komplexe Fragen, Bestellanpassungen in letzter Minute und Fehler beim Bezahlen, zu überwinden. Unannehmlichkeiten und Frustration zu vermeiden, wäre der Hauptgrund für Verbraucher:innen, eine KI-gestützte Transaktion durchzuführen. 

Auswirkungen auf Unternehmen

Verbraucher:innen sind unerbittlich, wenn es darum geht, die Kontrolle in der Kaufphase zu behalten. Zwar ist es möglich, dass ihre Zurückhaltung sich im Laufe der Zeit auflöst, da das Vertrauen in die Sicherheit und Ziele von KI-Lösungen zunimmt, doch dieses Misstrauen stellt derzeit eine Herausforderung dar. Unternehmen müssen Automatisierung und die Abgabe von Kontrolle an Verbraucher:innen ins Gleichgewicht bringen.

Die Nutzungsphase

Verbraucher:innen fühlen sich wieder wohler mit KI

Die Nutzungsphase: Verbraucher:innen fühlen sich wieder wohler mit KI

In der Nutzungsphase interagieren Verbraucher:innen mit KI-gestützten Funktionen in ihren Produkten, Services und Erfahrungen – von intelligenten Geräten bis hin zu Streamingdiensten. Dazu gehören automatisierte Ansätze zu Wartung, Instandhaltung, Nachbestellung und Funktionsupgrades. Auf diese Weise trägt KI maßgeblich zur Erweiterung der Beziehung zwischen Unternehmen und Verbraucher:in über den Verkauf hinaus bei. 

Wir können einen starken Anstieg des Komfortquotienten bei allen Verbraucher:innen in der Nutzungsphase erkennen, einschließlich bei der skeptischen Ankergruppe, die – aufgrund unserer Analyse – sich hier mit der Nutzung von KI sogar wohler als in der „Erfahren“-Phase fühlt. Es scheint so, als schätzten Verbraucher:innen den extremen Komfort von automatisierter Interaktion bei ihren Produkten und Services.

Verbraucher:innen mögen die Idee, dass Produkte und Services um sich selbst kümmern

Doch sie ziehen die Grenze bei automatischen Nachbestellungen

Konversations-KI und visuelle Suche stechen bei schnellen, zuverlässigen Interaktionen nach dem Verkauf hervor

Verbraucher:innen mögen die Idee, dass Produkte und Services um sich selbst kümmern

Verbraucher:innen, die überall Zeit sparen möchten, werden von der Idee angezogen, dass KI Wartung, Nachschub, Aktualisierung und Erweiterung von den genutzten Produkten und Services automatisiert. Wenn KI in dieser Phase beteiligt ist, bedeutet das oft eine kontaktlose Erfahrung. Beispiele aus der echten Welt wären ein Kühlschrank, der häufig verwendete Artikel ohne Aufsicht wieder auffüllt, ein Auto mit der personalisierten Funktion, Kraftstoff zu sparen, oder ein Hausheizungssystem, das Fehlermeldungen erkennt und sie an den Hersteller per E-Mail sendet, um eine spezielle Lösung zu erhalten. 

Bei jedem dieser Beispiele sparen die Verbraucher:innen erheblich Zeit und haben weniger Ärger. Ein:e Verbraucher:in betonte: „Ich finde die Idee großartig, dass KI mir bei der Nutzung von Produkten und Services hilft, weil ich in der gesparten Zeit andere Dinge tun kann.“  

Für Verbraucher:innen fühlt sich KI wie eine unsichtbare Kraft im Hintergrund an, die ihr Leben einfacher macht. Ein:e Befragte:r drückte es so aus: „Es muss nicht erwähnt werden, dass KI da ist … sie ist einfach da.“ 


Doch sie ziehen die Grenze bei automatischen Nachbestellungen

Auch wenn Verbraucher:innen sich in der Nutzungsphase wohler mit KI fühlen, herrscht doch weiterhin ein Widerstand bei vollständig automatisierten Käufen nach dem Verkauf vor. Wie bei der Kaufphase steht der Wunsch nach Kontrolle im Vordergrund, wobei Verbraucher:innen ihre Sorge ausdrücken, dass KI nicht in ihrem besten Interesse handelt, zum Beispiel dass sie Vorräte mit einem Aufschlag nachbestellt, nur um den Umsatz zu steigern, anstatt ihre Bedürfnisse zu erfüllen. Ein:e Verbraucher:in räumte ein, dass „es zwar praktisch und angenehm ist, wenn KI Produkte und Services nachbestellt, doch es Bedenken zum Datenschutz und zur Kontrolle über die Käufe gibt. Könnte sie die Bedürfnisse missverstehen und unerwünschte Produkte bestellen?“

Beschleuniger:innen haben sich zwar am ehesten mit automatischen Nachbestellungen und Zahlungen wohlgefühlt, doch ihr Komfortniveau nahm mit steigenden Preisen ab. Zum Beispiel fühlen sich 43 % der Beschleuniger:innen wohl damit, dass KI günstige Artikel (25 US-Dollar) nachbestellt, im Gegensatz zu 36 %, die kein Problem damit haben, dass sie Artikel im mittleren Preissegment (100 US-Dollar) nachbestellt. Nur etwa ein Drittel (32 %) hat sich damit wohlgefühlt, dass sie höherpreisige Nachbestellungen tätigt (500 US-Dollar). Bei allen Verbraucher:innen sinkt der Komfortquotient auf 28 % bzw. 22 % bzw. 18 % in den jeweiligen Preissegmenten.

Nutzen
Balkendiagramm „Nutzen“

Abbildung 5
Basis: 8.451 Befragte in den USA, im Vereinigten Königreich, in Deutschland und Australien
Quelle: Cognizant und Oxford Economics

Konversations-KI und visuelle Suche stechen bei schnellen, zuverlässigen Interaktionen nach dem Verkauf hervor 

Konversations-KI ist erneut das beliebteste Tool bei frühen Nutzer:innen und Beschleuniger:innen, aber das unbeliebteste Tool bei der Ankergruppe (siehe Abbildung 5). Funktionen von Konversations-KIs, wie die Fehlerbehebung in Echtzeit, personalisierte Unterstützung bei Problemen mit der Produktnutzung und zusammengestellte Empfehlungen für Produkt- und Service-Ergänzungen, sprechen KI-begeisterte Verbraucher:innen eindeutig an. Ein:e Verbraucher:in sagte zu dieser Art von Unterstützung nach dem Verkauf: „Ich habe das Gefühl, dass ich das Meiste aus einem Produkt oder Service herausholen kann, ohne ein Handbuch lesen oder online nach Tutorials suchen muss. Es ist weniger verwirrend, wenn ich Schritt für Schritt angeleitet werde, wenn ich Fragen habe.“

Nichtsdestotrotz berichten Personen aus der Ankergruppe, dass sie sich bei der Nutzung der visuellen Suche in der Nutzungsphase ähnlich wohl fühlen wie die Beschleuniger:innen, was auf eine seltene Übereinstimmung zwischen diesen ansonsten so unterschiedlichen Gruppen hinweist. Funktionen, wie die Fehlerbehebung durch das Einreichen eines Bilds, können dazu beitragen, die Frustration zu vermeiden, die das Formulieren von Produktproblemen mit sich bringt. Dies sorgt für die von Beschleuniger:innen geschätzte Schnelligkeit und die klare, zuverlässige Unterstützung, die zur Treue in der Ankergruppe führt. 

Auswirkungen auf Unternehmen

Die höheren Komfortquotienten in der Nutzungsphase weisen auf die Bereitschaft von Verbraucher:innen hin, weit über den Verkauf hinaus zu interagieren. Dadurch erhalten Unternehmen die Möglichkeit, Kundenbeziehungen aufzubauen und gleichzeitig die Vertrautheit mit KI-Tools zu fördern, was eine weitere Akzeptanz ermöglicht. 

Die Nutzungsphase könnte außerdem neue Einnahmequellen sowohl für Aftermarket-Services als auch automatisierte Nachbestellungen erschließen. Doch diese Mechanismen könnten sich auch als störend für Zwischenhändler erweisen. Neue Kanäle zwischen Erstausrüstern und Verbraucher:innen werden traditionellen Einzelhändlern das Geschäft aus der Hand nehmen und die Unternehmen, die keine Partnerschaften mit cleveren Produktherstellern haben, laufen Gefahr, den Anschluss zu verlieren. 

Drei Wellen der Marktveränderung

Das ist in den nächsten fünf Jahren zu erwarten

Aufgrund all dieser Dynamiken zeichnen sich für die Zukunft erhebliche Marktveränderungen ab, die sich bis 2030 durch drei verschiedene Zeiträume des Wandels auszeichnen. Wir haben eine Zeitleiste dazu erstellt, wie sich diese Veränderungen entfalten werden. Dafür haben wir folgendes herangezogen: unsere Analyse der Verbrauchergruppen, ihr Potenzial für die Annahme von KI, die Analyse von Oxford Economics zu ihrer Kaufkraft und unser eigenes Verständnis davon, wie – und wie schnell – KI-Technologien und -Ökosysteme sich entwickeln und reifen werden.

Wellendiagramm

* Bei Beschleuniger:innen wird das Verbrauchsniveau allein in den USA bis 2030 von 4,1 Billionen US-Dollar auf über 4,4 Billionen US-Dollar ansteigen.

Abbildung 6
Quelle: Cognizant Research mit Wirtschaftsdaten von Oxford Economics

Welle 1: 2025–2027

Beschleuniger:innen beflügeln die KI-Dynamik, angefangen bei der Produktentdeckung

Welle 1: 2025–2027

Beschleuniger:innen beflügeln den Wandel in der „Erfahren“-Ära

Die erste Welle ist bereits in vollem Gange, da Verbraucher:innen derzeit KI nutzen, um Produkte, Services und Erfahrungen zu entdecken. Es ist mittlerweile üblich, Alexa nach dem neuesten angesagten Roman zu fragen oder ChatGPT zu bitten, die besten Restaurants der Stadt zu empfehlen. Dieser rasante Wandel wird von den frühen Nutzer:innen vorangetrieben und der größeren Gruppe der Beschleuniger:innen beschleunigt, deren wirtschaftlicher Einfluss exponentiell ansteigen wird, wenn immer mehr von ihnen ihr maximales Verdienstpotenzial erreichen.

Die schiere Menge an Produktoptionen, viele davon mit nur winzigen Unterschieden, hat die traditionelle Suche zunehmend ineffektiv gemacht. Das wird mit ziemlicher Sicherheit weiterhin dazu führen, dass Verbraucher:innen nicht mehr auf Websites suchen, sondern generative KI nutzen, um gesprochene, auf ihre Bedürfnisse zugeschnittene Antworten zu erhalten. Ein:e Befragte:r stellte fest, dass die von KI unterstützte Suche „antwortet und unsere merkwürdigen Beschreibungen versteht und trotzdem das findet, was wir brauchen.“

Dieser rasante Wandel wird sich nur noch beschleunigen, angetrieben von der sich selbst verstärkenden Dynamik zwischen Beschleuniger:innen und Tech-Giganten. Beschleuniger:innen möchten KI nutzen, um ihre Entdeckung von Produkten und Services zu optimieren, und führende Technologieunternehmen integrieren diese Funktionen in ihre kundenzentrierten Tools. Der übergroße Einfluss der Tech-Giganten auf die Annahme von Technologie der Verbraucher:innen schränkt die Kontrolle von Unternehmen ein, sodass sie an Schwung verlieren oder diesen umlenken müssen. 

In diesem Zeitraum sehen wir eine rasante Veränderung in der Art und Weise, wie Kund:innen Produkte entdecken. Sie zeichnet sich durch einen erbitterten Wettbewerb unter den Unternehmen aus, die sowohl Agenten für ihr Geschäft als auch agentenfreundliche Storefronts schaffen möchten. Um die Anlaufstelle für KI-nutzende Kund:innen zu werden, müssen Unternehmen über die grundlegende KI-Auffindbarkeit hinausgehen und firmeneigene Agenten entwickeln, die die besten Angebote basierend auf Kundenpräferenzen ausgeben.

Welle 2: 2027–2029

Aftersales werden zum nächsten KI-Schlachtfeld

Welle 2: 2027–2029

Die Nutzungsära beginnt und erfordert einen Geschäftswandel, um konkurrenzfähig zu sein

In diesem Zeitraum fühlen sich Nutzer:innen immer wohler damit, KI für die Interaktion mit Produkten und Services nach dem Verkauf zu nutzen. Verbraucher:innen werden nur zu gerne KI-gestützte Gesundheitsassistenten nutzen, die ihnen zum Beispiel Dehnübungen bei Rückenschmerzen empfehlen. Oder sie nutzen intelligente Geräte, die proaktiv Teile nachbestellen oder Wartungsarbeiten planen, bevor Probleme auftreten. 

Die Beschleuniger:innen bleiben weiterhin die treibende Kraft für den wirtschaftlichen Wandel in diesem Zeitraum. Doch sie werden von der Ankergruppe unterstützt, deren Komfortquotient in der Nutzungsphase am höchsten ist. Das schafft zusätzlichen Druck für Unternehmen, sich am Markt zu beteiligen, der vom zunehmenden Wohlstand der Beschleuniger:innen und den anhaltenden Ausgaben der Ankergruppe angetrieben wird.  

Auf Marktveränderungen zu reagieren erfordert jedoch viel Arbeit von Unternehmen – noch mehr als in Welle 1. Für eine echte Transformation sind neue Geschäftsmodelle und Technologieinvestitionen nötig. KI-Funktionen müssen in Produkte, Services und Erfahrungen integriert werden.

Und damit Autos selbstständig Wartungstermine planen und Teile bestellen oder damit medizinische Geräte Arzttermine basierend auf biologischen Daten vereinbaren können, müssen Unternehmen ihre bestehende technologische Infrastruktur erheblich neu gestalten und modernisieren.

Die gute Nachricht ist, dass der KI-fähige Aftersales-Markt eine der wichtigsten Umsatzmöglichkeiten der Zukunft darstellt. Erstausrüster haben lange nach sichereren Aftersales-Einnahmequellen gesucht und abonnementbasierte Funktionen für alles Mögliche entwickelt – von Traktorsoftware-Updates bis hin zur Autositzheizung. Ganz neue Unternehmen werden jetzt hervorkommen und die notwendigen Daten verwalten und vermitteln, um diesen reibungslosen Handelsfluss zwischen Menschen, KI-Agenten und vernetzten Geräten zu ermöglichen. 

Dieser aufstrebende Markt verschafft Unternehmen etwas Zeit, aber nicht sehr viel.  Diese Dynamiken könnten die Entwicklung eines Wettbewerbs zur Folge haben, bei dem der Gewinner das Meiste bekommt, wobei diejenigen, die den ersten Schritt machen, möglicherweise eine geschlossene Wirtschaft um ihr Produkt aufbauen, sodass sie treue Nutzer:innen binden und den Markt dominieren. 

Welle 3: Ab 2030

KI ist vollständig in das Kundenerlebnis integriert

Welle 3: Ab 2030

Der Kaufprozess, inklusive der Kaufphase, hat sich vollständig verändert

Zu diesem Zeitpunkt wird sich der Widerstand gegen KI-gestütztes Einkaufen verringern, auch in der Kaufphase. Nach Welle 2, in der Nachbestellungen nach dem Verkauf üblich geworden sind, fühlen sich Verbraucher:innen in allen drei Phasen des Kaufprozesses immer wohler mit KI-Tools. Das wird den Weg für eine signifikante Veränderung in der Art und Weise, wie Produkte und Services erworben und genutzt werden, ebnen.

Beschleuniger:innen werden sich selbst als die vorherrschende wirtschaftliche Kraft etabliert haben und bis 2030 geschätzte 300 Milliarden US-Dollar in den USA generieren. In der Zwischenzeit wird die Ankergruppe, die strikt gegen KI im Kaufprozess war, langsam an wirtschaftlicher Macht verlieren. Allein in den USA wird die Kaufkraft dieser Gruppe, deren Jahre mit Spitzenverdienst hinter ihr liegt, bis 2030 um 381 Milliarden US-Dollar sinken.

Mit dem überwältigenden Einfluss von Beschleuniger:innen wird KI zunehmend automatisierte Kaufzyklen schaffen. Dabei wird der menschliche Anteil an den Kaufentscheidungen immer weniger und die Bereitschaft der Verbraucher:innen, Kontrolle an KI abzugeben, wird steigen. 

Parallelen aus der Vergangenheit, wie die Annahme von E-Commerce, Mobilgeräten und Social Media, zeigen, wie Widerstand einem allgemeinen Vertrauen Platz macht, sobald Technologien tief im Alltag verankert werden. 

Es ist jedoch wahrscheinlich, dass Branchen in allen Phasen unterschiedlichem Druck ausgesetzt werden, der diesen Zeitraum erweitern oder verkürzen könnte. Unternehmen werden sich an diese Umgebung anpassen müssen, in der automatisiertes Einkaufen nicht länger optional ist, sondern ein grundlegendes Element des modernen Handels. 

Das agentengesteuerte Internet

Vom erweiterten zum agentengesteuerten Konsum

Während sich diese drei Wellen entfalten, werden sich KI-Agenten von Verbraucher:innen stark vermehren. Im Laufe der Zeit wird sich das Internet, so wie wir es kennen, verändern. Wir werden eine deutliche Verschiebung vom Einkauf, der durch manuelle Suchanfragen und Interaktionen mit Websites und Apps erleichtert wird, hin zu einem vollständig agentengesteuerten Internet erleben, bei dem intelligente Agenten von Verbraucher:innen mit den KI-Agenten von Unternehmen zusammenarbeiten, um komplexe Aufgaben im gesamten Kaufprozess zu koordinieren. Mit diesen vernetzten Interaktionen werden Nutzer:innen bald hauptsächlich mit den KI-Agenten von Unternehmen interagieren, anstatt mit dem Unternehmen selbst.

Das mag futuristisch klingen, doch jüngere Verbraucher:innen (frühe Nutzer:innen und Beschleuniger:innen) fühlen sich bereits wohl mit der Nutzung von KI-Tools, wie Sprachassistenten, Konversations-KI und visueller Suche. Das agentengesteuerten Internet wird diese immer vertrauteren Elemente in einem zusammenhängenden Ganzen einfach zusammenbringen, sodass die Automatisierung des vollen Spektrums an Online-Einkäufen möglich ist.

Wenn KI-Agenten in alltäglichen Geräten, wie Mobilgeräten, intelligenten Geräten und Wearables, allgegenwärtig sind, werden sie zu einer natürlichen Erweiterung des Alltags von Verbraucher:innen. Die Nutzung von KI in vertrauten Umgebungen wird die zunehmende Annahme im Laufe der Zeit fördern.  

Während sich dieses Modell entwickelt, könnte es die Art und Weise, wie Verbraucher:innen Produkte entdecken, vergleichen, kaufen und nutzen, erheblich verändern. Sobald Agenten beispielsweise die Präferenzen von Verbraucher:innen kennen, kann es für Unternehmen schwierig sein, einen Weg auf die Liste der Optionen zu finden. Unternehmen müssten ihre Betriebsmodelle ändern und mit Ökosystempartnern arbeiten, neue Marketingmethoden einführen, um für KI-Agenten sichtbar zu sein, und ihre Lieferabläufe aktualisieren, um einen agentengesteuerten Ansatz zum Einkauf zu fördern.  

Durch den Anstieg von agentengesteuerten Interaktionen werden außerdem dynamische, anpassungsfähige Systeme und Prozesse erforderlich, die autonome Agenten in großem Maßstab verwalten können, sowie flexible Technologie-Stacks und neue Geschäftsmodelle, die an den vermehrten personalisierten, agentengeführten Transaktionen ausgerichtet sind. 

So könnte das agentengesteuerte Internet aussehen

Die Reise zu einem neuen Bett

Ein:e Verbraucher:in braucht ein neues Bett. Sein/ihr KI-Agent ist mit detaillierten Informationen ausgestattet, darunter Alter, Gewicht, Schlafrhythmus und Familien-/Haushaltssituation, wobei diese Daten direkt von dem/der Verbraucher:in stammen und autonom durch Online-Aktivitäten und biometrische Überwachung erfasst wurden.

Pfeil nach unten

Mithilfe dieser Informationen fragt der KI-Agent Anbieter ab, bewertet Optionen und stellt eine kurze Liste mit passenden Möglichkeiten für den/die Käufer:in zusammen. Sobald die Wahl getroffen wurde, schließt der KI-Agent die Transaktion ab, arrangiert die Lieferung mit einem Logistikagenten des Unternehmens und vereinbart einen Annahmetermin für einen Zeitpunkt, zu dem der/die Verbraucher:in normalerweise zu Hause ist.

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Beim Aufbau nutzt der/die Verbraucher:in die visuelle Suche, um sicherzustellen, dass er/sie alle benötigten Bestandteile hat, und um nachzuvollziehen, wo jedes Teil hingehört. Wenn der KI-Agent erkennt, dass eine Latte oder ein Befestigungselement fehlt, kontaktiert er schnell den Support-Agenten des Lieferanten, arrangiert die Lieferung von Ersatzteilen und verhandelt möglicherweise noch eine Teilrückerstattung im Namen des/der Verbraucher:in.

Eine neue Ära des agentengesteuerten Handels liegt vor uns

Abbildung 7
Quelle: Analyse von Cognizant Research

Die sechs strategischen Prioritäten für die Nutzung von
KI-gestützten Möglichkeiten

Das sind Ihre neuen Verbraucher:innen: von KI-Agenten unterstützte Menschen, die Interaktionen, Transaktionen und Entscheidungen in ihrem Namen verwalten. Damit Unternehmen im zukünftigen KI-gesteuerten Verbraucherzeitalter erfolgreich sind, müssen sie neu überdenken, wie sie in sechs wichtigen Bereichen agieren: Strategie, Technologie, Design, Architektur, Betriebsabläufe und Ethik.

Führungskräfte können sich einen Vorsprung verschaffen, indem sie diese Empfehlungen beherzigen:

1. Strategie

Gewinnen Sie Verbraucher:innen in der „Erfahren“-Phase für sich und sichern Sie sich ihre Treue in der Nutzungsphase, bevor Sie zur Kaufphase übergehen

1. Strategie

Gewinnen Sie Verbraucher:innen in der „Erfahren“-Phase für sich und sichern Sie sich ihre Treue in der Nutzungsphase, bevor Sie zur Kaufphase übergehen

In der „Erfahren“-Phase tendieren Verbraucher:innen zu KI-Tools, die die Frustration aufgrund zu vieler Möglichkeiten verringern. Um ihre Aufmerksamkeit an diesem wichtigen Punkt zu erringen, müssen Unternehmen neue Regeln für Interaktionen festlegen.

Da KI-gestützte Tools, wie Sprachassistenten, die visuelle Suche und Konversations-KI, beispielsweise zunehmend für die Suche und Entdeckung von Produkten genutzt werden, müssen Unternehmen einen multimodalen Ansatz dazu verfolgen, wie sie die Informationen zu ihren Produkten und Services vermitteln. Produktbeschreibungen müssen sowohl prägnant als auch leicht verständlich sein, wenn sie von einem Sprachassistenten vorgelesen oder über eine Konversations-KI vermittelt werden. Gleichzeitig sollten sie auch optimierte hochwertige Bilder und Videos für die visuelle Suche beinhalten. 

Sobald Unternehmen in der Entdeckungsphase bekannt geworden sind, ist es an der Zeit zur Nutzungsphase zu wechseln, in der der Komfortquotient ebenfalls hoch ist. Dadurch wird die Kundenbeziehung auf nach dem Verkauf ausgeweitet, sodass Unternehmen die Chance haben, das Vertrauen in sie über weitere KI-gestützte Interaktionen mit dem Produkt oder Service zu stärken.  

Unternehmen können dann auf dieses Vertrauen aufbauen und in die Kaufphase übergehen. Dabei fördern sie auch das Vertrauen der Verbraucher:innen in KI, die den Kaufprozess automatisiert, allerdings behalten sie ein Gefühl der Kontrolle. Indem die positive Erfahrung mit KI-unterstütztem Lernen auf die Produktnutzung und die Kauftransaktion selbst ausgeweitet wird, können Unternehmen ein zusammenhängendes Kauferlebnis passend für das KI-Zeitalter schaffen.

Weiten Sie die positive Erfahrung mit KI-unterstütztem Erfahren auf die Produktnutzung und die Kauftransaktion selbst aus, um ein zusammenhängendes Kauferlebnis zu schaffen.

2. Technologie

Achten Sie darauf, auf dem Spielfeld zu bleiben

2. Technologie

Achten Sie darauf, auf dem Spielfeld zu bleiben

Das wichtigste KI-Projekt Ihres Unternehmens ist wahrscheinlich nicht die interne Integration von KI, sondern die Sicherstellung, dass Ihre Produkte und Services auf KI-gestützten Plattformen auffindbar sind.  Wenn KI-Agenten von Verbraucher:innen zum Tagesgeschäft werden, müssen Unternehmen KI-Agenten haben, die mit ihren Pendants der Verbraucher:innen interagieren können. Dazu werden neue Infrastruktur und Datenkapazitäten benötigt.

Das erfordert ein tiefgreifendes Verständnis davon, wie KI auf Verbraucherplattformen genutzt wird und wie Ihre Produktangebote in diesen Umgebungen eingebettet werden können. Einfach eine interne Lösung zu entwickeln, egal wie robust sie auch ist, wird nicht genügen, wenn sie nicht mit Plattformen interagiert, auf denen Verbraucher:innen bereits KI nutzen.

Damit Angebote von KI gefunden werden können, sollten Unternehmen darüber nachdenken, mit führenden KI-Anbietern zusammenzuarbeiten, um ihre Produkte und Services während der KI-gestützten Entdeckungsphase zu bewerben, und gemeinsam an Funktionen zu arbeiten, die die Sichtbarkeit in hochwertigen Umgebungen gewährleisten. 

Dieser Grad der Integration erfordert, dass Unternehmen APIs erstellen müssen, die in externe KI-Plattformen integrierbar sind und Austauschdaten in KI-Agenten von Verbraucher:innen. Gleichzeitig werden Investitionen in die Infrastruktur nötig, um die zunehmenden Datenbedarf für die Interaktion mit diesen Agenten und Plattformen zu bewältigen. Unternehmen müssen auch die spezifischen Datenanforderungen unterschiedlicher KI-Plattformen verstehen und ihre Datenstrategie entsprechend anpassen. Das bedeutet, dass Produktdaten angereichert, neue Datensätze erstellt und Echtzeit-Datenfeeds implementiert werden, um die Kompatibilität und eine optimale Leistung zu gewährleisten.

Wenn Unternehmen ihre Angebote in größere KI-Netzwerke einbetten, können sie ihre Sichtbarkeit und Relevanz aufrechterhalten, da Verbraucher:innen sich bei ihren Kaufentscheidungen zunehmend auf KI verlassen.

Arbeiten Sie mit KI-Partnern zusammen, damit Ihre Produkte und Services auf den Plattformen auffindbar sind, die Verbraucher:innen für ihre Kaufentscheidungen nutzen.

3. Design

Bieten Sie Komfort und wertvolle Zeit

3. Design

Bieten Sie Komfort und wertvolle Zeit

Für Verbraucher:innen ist der Hauptgrund für die Nutzung von KI-Tools der Komfort, nicht der Preis. Einige werden sich zwar fragen, ob Verbraucher:innen Zeit immer über Kosten stellen werden, doch diese Dynamik zeigt eine große Chance für Unternehmen auf, zeitbewusste Kund:innen mit einem „Design für Komfort“-Ansatz anzusprechen. Jede Erfahrung mit KI muss schnell und reibungslos ablaufen – für die Verbraucher:innen, nicht nur für das Unternehmen.

KI-gestützte Tools eignen sich bereits sehr gut, um Komfort und Schnelligkeit durch extrem spezialisierte Empfehlungen, unmittelbare Produktvergleiche und schnelle und zuverlässige Bezahlvorgänge zu bieten. Neue agentengesteuerte Funktionen werden dies nur beschleunigen.

Indem Unternehmen KI-Funktionen und -Agenten integrieren, die die Komplexität des Kaufprozesses vereinfachen, können sie das Interesse von zeitbewussten Verbraucher:innen wecken, unabhängig von ihrer Einstellung zu KI oder früheren Erfahrungen mit der Marke.

Gestalten Sie jede KI-Erfahrung so, dass sie schnell und reibungslos für die Verbraucher:innen abläuft – nicht nur für das Unternehmen.

4. Architektur

Treffen Sie die Verbraucher:innen dort, wo sie sind

4. Architektur

Treffen Sie die Verbraucher:innen dort, wo sie

So wie Verbraucher:innen mit der Zeit mobilen Oberflächen für Hochrisikoaufgaben immer mehr vertraut haben, wird KI immer mehr angenommen, wenn sie über eine Vielzahl an vertrauten und zuverlässigen Geräten, Apps und Plattformen zugänglich wird. Dafür sollten Unternehmen für die Architektur einen „Headless“-Ansatz priorisieren, sodass ihre Funktionen überall verfügbar sind und nahtlos in bestehende Plattformen und Geräte integriert werden können, die Verbraucher:innen bereits ganz natürlich nutzen, wie Smartphones, Sprachassistenten und Laptops. Auf diese Weise können Nutzer:innen mit KI über ihre bevorzugten Kanäle interagieren, was die Vielseitigkeit des mobilen Internetzugangs widerspiegelt.

Da sich Verbraucher:innen mehr an die Nutzung von KI in diesen vertrauenswürdigen Umgebungen gewöhnen, fühlen sie sich wahrscheinlich insgesamt immer wohler damit, dass KI Entscheidungen auch in anderen Lebensbereichen trifft, sogar bei risikoreichen Funktionen, wie bei finanziellen Transaktionen oder bei der Reiseplanung.

Anstatt sich gezwungen zu fühlen, KI in bestimmten Kontexten zu nutzen, nehmen Verbraucher:innen wahrscheinlich KI-Anwendungen an, die sich wie eine natürliche Erweiterung der von ihnen bereits verwendeten Tools und Geräte anfühlen.

Stellen Sie KI-Funktionen für alle Geräte und Plattformen zur Verfügung, die sich für Verbraucher:innen natürlich anfühlen, um die Vielseitigkeit des mobilen Internetzugangs widerzuspiegeln.

5. Betriebsabläufe

Kombinieren Sie KI mit einer menschlichen Note

5. Betriebsabläufe

Kombinieren Sie KI mit einer menschlichen Note

Auch Verbraucher:innen, die sich mit der Nutzung von KI wohlfühlen, schätzen immer noch menschliche Interaktionen in kritischen Momenten. Diese Präferenz wird besonders bei Hochrisikokäufen deutlich, wie im Gesundheits- oder Finanzwesen, wo Vertrauen und Verantwortlichkeit von größter Bedeutung sind.

Eine „Aus den Augen, aus dem Sinn“-KI-Strategie reicht einfach nicht aus. Ein hybrider Ansatz, der KI und menschliche Interaktionen kombiniert, verspricht hier den größten Erfolg. Gestalten Sie zum Beispiel Kundenerfahrungen, die KI für eine effiziente Erfassung von Produktinformationen und erste Anfragen beinhalten. Ermöglichen Sie dann einen reibungslosen Übergang zu menschlichen Fachleuten bei komplexen Fragen und detaillierteren Entscheidungen und wenn eine persönliche Note den Unterschied ausmacht. 

Wenn Unternehmen die Aufsicht und Verantwortung von Menschen bei ihren KI-Integrationen hervorheben, können sie eine Kundenerfahrung gestalten, die für viele Verbraucher:innen und Situationen funktioniert. 

Gestalten Sie eine hybride Erfahrung, die einen reibungslosen Übergang zu menschlichen Fachleuten bei komplexen Fragen und detaillierteren Entscheidungen ermöglicht, und wenn eine persönliche Note den Unterschied ausmacht.

6. Ethik

Stellen Sie sicher, dass keine Verbraucher:innen zurückgelassen werden

6. Ethik

Stellen Sie sicher, dass keine Verbraucher:innen zurückgelassen werden

Ein Drittel der Menschen weltweit haben immer noch keinen Zugang zum Internet. Für diese Menschen und andere benachteiligte Bevölkerungsgruppen, die nicht die Möglichkeit haben, die neueste Technologie zu nutzen, könnte sich der Übergang zu KI-gestützten Kaufprozessen und dem agentengesteuerten Internet wie ein Ding der Unmöglichkeit anfühlen.

Diese Entwicklung mag sich schon befremdlich genug anfühlen, wenn es um das Lieblingsgeschäft oder ein beliebtes Unterhaltungserlebnis geht, doch das Problem wird noch akuter, wenn der Zugang zu lebenswichtigen Dienstleistungen standardmäßig von KI beeinflusst wird. Zum Beispiel, wenn Regierungsservices über KI-gestützte Plattformen oder Gesundheitsdienstleistungen nur noch über die neuesten Wearable-Technologien angeboten werden. All das stellt erhebliche Herausforderungen für einen gerechten Zugang dar. 

Daher sollte das Hauptanliegen von Unternehmen sein, eine größer werdende digitale Kluft auf entwickelten und globalen Märkten zu vermeiden.

Eine Möglichkeit könnte sein, weiterhin Alternativen zu KI-gestützten Erfahrungen in den wichtigsten Phasen des Kaufprozesses anzubieten. Zum Beispiel könnten Unternehmen interaktive KI-Tools in ihren physischen Standorten integrieren, um diese Gruppen mit KI-Technologien vertraut zu machen. Solch ein Ansatz stellt die gleichen Chancen auf Zugang für alle Verbraucher:innen sicher, bis ein höheres Maß an Bildung und Demokratisierung bei der Nutzung von KI-Technologien für alle erreicht wird.

Bieten Sie Alternativen zu KI-Erfahrungen in den wichtigsten Phasen des Kaufprozesses an, um gleiche Chancen auf Zugang für alle Verbraucher:innen sicherzustellen.

Abschließendes Urteil

Das Zeitalter des agentengesteuerten Handels und der agentengesteuerten Unternehmen

Das agentengesteuerte Unternehmen entwickelt sich

Die Welt des Handels war immer von großen Veränderungen geprägt, von der industriellen Revolution bis hin zum E-Commerce. Jetzt stehen wir am Anfang einer weiteren neuen Ära des Handels; eine, die von Verbraucher:innen gekennzeichnet ist, die ihre Entscheidungen KI-gestützten Tools überlassen – ein agentengesteuerter Ansatz zum Konsum.

Doch heute passiert etwas anderes. Während der Fortschritt in früheren Epochen von disruptiven Entwicklungen auf der Geschäftsseite des Handels angetrieben wurden, ist es dieses Mal eine einzige Verbrauchergruppe – Menschen, belebt von der KI-Nutzung –, die bereits den Wandel wieder in Gang gebracht hat. Sicherlich werden Unternehmen KI-Funktionen in Kaufprozesse integrieren, aber es sind die Verbraucher:innen, die sich zunehmend mit dem Umgang der Technologie wohl fühlen und sich nicht immer ihrer Nutzung bewusst sind, die den Stein ins Rollen bringen – und er nimmt rasant Fahrt auf.

Im besten Fall haben Führungskräfte weniger als fünf Jahre Zeit, sich an diese Veränderungen anzupassen.

Während die Auswirkungen für kundenorientierte Unternehmen am offensichtlichsten sind, werden die nachgelagerten Auswirkungen in jeder Branche zu spüren sein. Werden Hersteller engere Partnerschaften mit Einzelhändlern eingehen, um Disintermediation zu vermeiden, oder werden sie sich direkt an Verbraucher:innen wenden? Wie werden Banken mit der Zahlungsinfrastruktur umgehen, die Transaktionen zwischen Agenten ermöglicht? Wie werden Transport- und Logistikunternehmen die Last der Skalierung dieser neuen autonomen Aktivitäten tragen, um mit größeren Mengen, schnelleren Geschwindigkeiten und mit zunehmend personalisierten, komplexen Anforderungen zu liefern?

Geschäftsführende müssen ihre interne Roadmap überdenken, um ihr Unternehmen zu einem agentengesteuerten Unternehmen zu machen, das bereit ist, in einer Welt zu konkurrieren, in der menschliche Verbraucher:innen zusammen mit ihren KI-Agenten die Regeln der Interaktion festlegen.

¹ Der Komfortquotient ist eine von Cognizant Research entwickelte Punktzahl, die die Bereitschaft von Verbraucher:innen quantifiziert, mit KI in jeder Phase des Kaufprozesses zu interagieren. Er konzentriert sich auf die Analyse der Altersgruppen, die am häufigsten mit jeder Verbrauchergruppe in Verbindung gebracht werden (siehe Abbildung 1), mit der Ausnahme der frühen Nutzer:innen, die sich durch ihre erklärte Bereitschaft identifizieren, die ersten Technologienutzer:innen zu sein. Der Komfortquotient basiert auf der Analyse der Umfragedaten und auf qualitativen Ergebnissen von Cognizant Research, einschließlich des Komfortniveaus der Befragten bei der Nutzung zahlreicher KI-Tools in den „Erfahren“-, Kauf- und Nutzungsphasen und bei 36 verschiedenen Produkten, Services und Erfahrungen in 15 Branchen.

² Die Befragten wurden gebeten, nur ihren Hauptgrund für die Nutzung oder Nichtnutzung von KI auszuwählen.

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Studie

Ollie O'Donoghue

Head of Cognizant Research

Duncan Roberts

Associate Director, Cognizant Research

Alexandria Quintana


Senior Manager, Cognizant Research

Ramona Balaratnam

Manager, Cognizant Research

Stella Maude

Analyst, Cognizant Research

Redaktion

Catrinel Bartolomeu

Head of Thought Leadership Editorial

Mary Brandel

Editor

 

Lynne LaCasia
Head of Brand, Thought Leadership
& Research

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